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So funktioniert PaceGuard

Ein transparenter Blick auf die Wissenschaft hinter dem PaceGuard-Algorithmus.

🔬 Forschung 5 Min. Lesezeit
Illustration: So funktioniert PaceGuard

Warum ein Algorithmus?

Kurz gesagt: Ein transparenter Blick auf die Wissenschaft hinter dem PaceGuard-Algorithmus.

Long COVID ist täglich anders. Heute fühlt sich ein Spaziergang machbar an, morgen ist Zähneputzen eine Herausforderung. Das führt zu einem Dilemma: Zu vorsichtig? Dann dekonditionierst du. Zu optimistisch? Dann crashst du.

PaceGuard löst das mit einem adaptiven System, das dir täglich eine realistische Einschätzung gibt — basierend auf deinen Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die vier Schichten

PaceGuard arbeitet mit einer gestaffelten Architektur. Am Anfang schützen dich einfache Sicherheitsregeln. Mit der Zeit werden die Empfehlungen immer genauer.

Schicht 1: Sicherheitsregeln (sofort aktiv)

Feste Schwellenwerte, die vom ersten Tag an gelten:

  • Herzfrequenz-Grenze: Basierend auf deiner anaeroben Schwelle (VT1)
  • Morgen-Check: Tägliche Bewertung deiner Bereitschaft
  • Ampel-System: Grün, Gelb oder Rot — nicht verhandelbar

Wichtig: Diese Schicht überschreibt immer alle anderen. Sicherheit geht vor Optimierung. Wenn die Ampel Rot zeigt, wird Training blockiert.

Nach zwei Wochen erkennt PaceGuard Muster:

  • Gleitende Durchschnitte über 7 und 14 Tage
  • Abweichungen von deiner persönlichen Baseline
  • Wochentagmuster — crashst du regelmäßig montags nach einem aktiven Wochenende?

Schicht 3: KI-Coach (ab 30 Tagen)

Nach einem Monat gibt dir Apple Intelligence personalisierte Empfehlungen — vollständig lokal auf deinem Gerät:

“Deine HRV sinkt seit drei Tagen, auch wenn du dich gut fühlst. Heute vielleicht nur 70% deines geplanten Trainings.”

Tipp: Der Coach überschreibt nie die Sicherheitsregeln. Wenn die Ampel Rot ist, bleibt sie Rot — egal was die KI sagt.

Schicht 4: Crash-Vorhersage (ab 60 Tagen)

Ein personalisiertes Machine-Learning-Modell, das Crashes vorhersagt. Die Forschung zeigt: Individuelle Modelle erreichen eine Trefferquote von 91 Prozent.

Das Modell läuft komplett auf deinem iPhone — keine Gesundheitsdaten verlassen dein Gerät.

Der Morgen-Check: Herzstück der App

Jeden Morgen beantwortest du ein paar Fragen und synchronisierst deine Wearable-Daten. Daraus berechnet PaceGuard einen Score von 0 bis 100:

KomponenteGewichtWarum?
Energie (deine Einschätzung)30%Stärkster Einzelprädiktor laut Forschung
Symptom-Score20%Frühwarnsignal für PEM
Schlafqualität20%Schlechter Schlaf verhindert Regeneration
HRV-Stabilität20%Robuster Crash-Prädiktor
Ruheherzfrequenz10%Stressindikator

Das Ampel-System

Grün (Score ab 70): Training möglich

Volles Aktivitätsbudget verfügbar. Herzfrequenz-Monitoring bleibt aktiv — bei Überschreitung der Schwelle wirst du gewarnt.

Gelb (Score 40-69): Reduziert trainieren

50 bis 75 Prozent des normalen Budgets. Nur leichte Übungen, kürzere Dauer, mehr Pausen. Bei Symptomen während der Aktivität: sofort stoppen.

Rot (Score unter 40): Ruhetag

Nur Atemübungen erlaubt. Kein strukturiertes Training. Bei drei oder mehr Rot-Tagen in Folge: Empfehlung, einen Arzt zu kontaktieren.

PEM-Erkennung

Wenn PEM trotzdem passiert, erkennt PaceGuard es anhand von:

  • Symptom-Score deutlich über deinem Durchschnitt
  • HRV mindestens 15% unter deinem 7-Tage-Durchschnitt

Die App passt dein Aktivitätsbudget dann automatisch an — das kannst du nicht manuell überschreiben. Ein Sicherheitsfeature, kein Bug.

Stabil vor schnell

PaceGuard steigert dein Budget nur bei bewiesener Stabilität:

  • 21+ stabile Tage, 0 PEM: +10% Steigerung
  • 14+ stabile Tage, 0 PEM: +5%
  • Vereinzelte PEM: +3%
  • Häufige PEM: Keine Steigerung

Tipp: Lieber langsam steigern als crashen. Jeder Crash wirft dich weiter zurück als du durch aggressive Steigerung gewinnst.

Deine Daten bleiben bei dir

PaceGuard speichert alles lokal auf deinem iPhone:

  • SwiftData für lokale Persistenz
  • Core ML für On-Device Machine Learning
  • HealthKit für Wearable-Daten — keine Weitergabe
  • Apple Intelligence läuft komplett auf dem Gerät

Keine Cloud, keine Server-Uploads, keine Third-Party-Analytics. DSGVO-konform durch Design.

Keine Black Box

PaceGuard erklärt dir immer, warum eine Empfehlung gegeben wird. Du siehst, welche Komponente den Score am stärksten beeinflusst, wie sich deine Trends entwickeln und was das Modell als Risikofaktoren identifiziert.

PaceGuard ist keine Behandlung, aber ein evidenzbasiertes Werkzeug zur Symptomkontrolle — personalisiert und auf deiner Seite.

Quellen

  • Jason Energy Envelope Theory -- DePaul University
  • Workwell HR-based Pacing Protocol -- Workwell Foundation
  • AHA 2025 Exercise Guidelines -- Circulation
  • Visible Crash Prediction Study (n=4.244) -- Research Square, 2024
  • Next-Day Fatigue Prediction -- Frontiers Digital Health, 2025
  • PaceMe RCT -- Nature Communications, 2026

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